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GOLDENE KAMERA – Marie Theres Relin

 

Marie Theres Relin: „Ich habe mein Leben immer alleine bestritten“

Marie Theres Relin arbeitet gerne für ihren Lebensunterhalt.
Marie Theres Relin arbeitet gerne für ihren Lebensunterhalt.
Foto: Gisela Schober/Getty Images

von Veronika Mahler
Marie Theres Relin stand bereits von Kindesbeinen an vor der Kamera. Ihr macht die Arbeit Spaß. Auf ihre berühmten Eltern hat sie sich nie verlassen, wenn es um die Karriere ging.

Wenn die Mutter Schauspielerin Maria Schell (†79, GOLDENE KAMERA 1983) ist, der Vater Filmregisseur Veit Relin (†86), dann sind die Vorurteile da, dass man in Saus und Braus aufwächst und vielleicht als Schauspielerin selbst bevorzugt wird. Marie Theres Relin (GOLDENE KAMERA 1987) bestreitet dies nun allerdings. Die 56-Jährige sagt gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“, dass sie ihr Leben eher selbst bestreiten musste.

Marie Theres Relin: Sie hat nur den Familiennamen geerbt

„Das Einzige, was ich von meiner prominenten Familie geerbt habe, ist der Name. Der hängt an einem wie ein schwerer Rucksack. Ansonsten habe ich keinen Cent geerbt. Auch aus der Ehe habe ich nichts mitgenommen. Ich habe mein Leben immer alleine bestritten und mir fehlen 18 Jahre Einzahlungen in die Rentenkasse aus der Zeit der Kindererziehung“, so die Schauspielerin im Gespräch. 1987 lernte Relin den Schauspieler Franz Xaver Kroetz (76) kennen, das Paar heiratete fünf Jahre später. Drei Kinder krönten das Glück: Josephine (33), Magdalena (30) und Ferdinand (27). Im November 2006 ließ sich das Paar scheiden. „Ich habe bei der Trennung von Kroetz die Ärmel hochkrempeln müssen, damit ich mir meine Scheidung leisten konnte.“

„Ich würde gerne meine Füßchen hochlegen“

Sie selbst gesteht, dass sie darauf angewiesen ist, zu arbeiten. Trotz oder gerade wegen ihres Namens sei es allerdings schwierig Schauspielprojekte zu bekommen. „Das ist ein mühevolles Geschäft, weil ich immer von diesen Schubladenbildern begleitet werde. Ich würde gerne meine Füßchen hochlegen und meine Projekte nur aus innerer Selbstbefriedigung heraus machen. Aber das ist nicht so. Dazu kommt, dass es für Frauen in der Schauspielerei ab 55 ziemlich eng wird.“ Nach aktuellem Stand stünden der Schauspielerin 520 Euro Rente zu. Seit Jahren macht sie darauf aufmerksam, dass Männer und Frauen gleich verdienen sollten. Doch wie viele aus der Realität wissen, ist die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen leider auch weiterhin ein Streitthema, das so schnell nicht beigelegt wird.

Erschienen GOLDENE KAMERA am 13.09.2022