KAISERSLAUTERNNeues vom Duo Relin & Halberstadt

Den Pfälzer Zungenschlag hat die Schauspielerin Marie Theres Relin – Tochter und Biografin des 2005 verstorbenen Ewigkeits-Stars Maria Schell – zwar noch nicht ganz drauf. Ansonsten aber ist sie fast schon eine Lautererin. Erst der Vorwoche war sie mal wieder hier. Am morgigen Dienstag wird sie 60 Jahre alt. Ihre Verbindung in die Barbarossastadt ist gleich doppelt geknüpft. Zum einen lebt hier die langjährige und glühende Maria-Schell-Verehrerin Irma Winter, die von Relin längst zum „absolut größten Fan“ ihrer Mutter gekürt wurde.
Winters Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass Marie Theres Relin überhaupt zu einer ersten Lesung nach Kaiserslautern kam. Im Dezember 2021 trat sie hier mit dem Kölner Flötenquartett „Fautando“ auf. Weil Kulturamtschef Christoph Dammann ihr einen Lokalmatador zur Seite stellen wollte, bestritt sie das nächste Gastspiel mit dem hiesigen Musiker und Kulturpreisträger Michael Halberstadt. Der ist fünf Jahre älter, Sohn des kürzlich verstorbenen Sängers Hans-Erich Halberstadt und damit gleichfalls ein Künstlerspross.
Allgegenwärtige Erinnerung an den Superstar
Halberstadt begleitete Relin auf der Gitarre, als sie aus ihrem erfolgreichen Buch „Szenen (k)einer Ehe“ las und als sie Anfang 2026 den Erinnerungsband „Yes we Schell“ vorstellte. Außerdem sangen sie gemeinsam auf deutschen und österreichischen Bühnen jene sentimental-rührseligen „Tränenlieder“, die schon ihre Eltern Maria Schell und Veit Relin auf Schallplatte aufgenommen hatten – eine ironische Anspielung aufs Image des 50er-Jahre- und Hollywood-Stars als schicksalsgeplagtes „Seelchen“.
Am vergangenen Mittwoch hat das Relin & Halberstadt in der ZDF-Fernsehsendung „Volle Kanne“ live einen neuen Song vorgestellt, den die beiden gemeinsam kreiert haben. Er heißt ebenfalls „Yes we Schell“ und wird Mitte Juli in einem professionellen Tonstudio eingespielt. Am Wochenende gestalteten Marie Theres Relin und Michael Halberstadt eine Lesung im rheinhessischen Flörsheim-Dalsheim, wo das Gut Müller/Dr. Becker einen „Maria-Schell-Wein“ präsentierte. Die (nicht verwandte) Schokoladen-Manufaktur Schell hat eine Praline nach der Bambi-, Bundesfilmpreis-, Cannes- und Venedig-Gewinnerin benannt, die zu den größten Stars des deutschsprachigen Films nach 1945 zählte.
Marie Theres Relin, die einen Stiefbruder aus der ersten Ehe ihrer Mutter hat, kam 1966 in München zur Welt. Sie wuchs bei Wasserburg am Inn auf, ging als 16-Jährige nach Paris und wurde für ihre Rolle im Fernsehfilm „Das unverhoffte Glück“ mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Zu den Partnern ihres Inklusionsprojekts „Frauen aller Kulturen“ gehört das Lauterer Union-Kino.
